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Motive zum Plotten gestalten und richtig bearbeiten

Nachdem der letzte Beitrag sich mit dem richtigen Bearbeiten von Schriften zum Plotten befasst nehmen in diesem Artikel mal Motive genauer unter die Lupe.  Manchmal fällt es einem zwischendurch ein, man kritzelt auf dem Papier herum während man telefoniert oder hat die kreative Idee während einer schlaflosen Nacht. Aber egal ob man ein Motiv mal eben schnell hinzeichnet oder es nach einem längeren kreativen Prozess skizziert – irgendwie muss es digitalisiert und zum Plotten vektorisiert werden. Gehen wir mal davon aus, dass die Zeichnung schon eingescannt und in einem Vektorprogramm nachgezeichnet wurde oder direkt im Vektorprogramm entstanden ist. In dem Fall hat man schon mal ein Zeichnung, die aus Pfaden besteht. Hier ist ein Link zu einem älteren Beitrag im Vorgängerblog (emotions & reasons), in dem ich erkläre, wie ein neues Motiv entsteht und einen kleinen Einblick ins Vektorisieren gebe.

Wie werden nun Motive zum Plotten gestaltet? Was muss beachtet werden? Ist jede Zeichnung plottfähig?

Auch hier der Hinweis auf die grundsätzlichen Anforderungen an die Datei, auf die ich schon im Artikel Schriften zum Plotten  hingewiesen habe:

  • Mindestmaß für die dünnste Stelle des Motiven oder der Schrift sind 3 mm. Das ist notwendig, damit sauber geschnitten werden kann und damit ausreichend Fläche für den Heißtransfer vorhanden ist. Schließlich soll die Bügelapplikation ja langfristig halten und nicht nach dem ersten Waschen sich ablösen
  • Messen. Nicht nur, damit das Motiv auch wirklich auf den vorgesehen Platz auf die Textilie passt, sondern auch damit es gut aussieht. Im Grunde genommen sollte man bei T-Shirts oder Sweatshirts – wenn das Motiv mittig in Brusthöhe aufgetragen werden soll – ca. 10 cm zu beiden Seiten Rechts und Links Platz lassen. Vielleicht ist es hilfreich, wenn man das Motiv oder den Schriftzug in Originalgröße ausdruckt und den Druck auf die dafür vorgesehen Stelle auf der Textilie legt, so hat man schon mal einen ersten Eindruck und kann sich daran orientieren.

Nun aber zur Datei. Da der Schneideplotter alle vorgegeben Pfade schneidet, muss die Datei so hergerichtet werden, dass keine Schnittpunkte entstehen, die das Motiv zerschneiden würden.  Anders als Illustrationen oder Grafiken, bei denen es unwichtig ist, dass es mehrerer zusammengesetzte und/oder übereinander liegende Pfade gibt, müssen Plottdateien fein ordentlich in einzelne Pfade angelegt werden. Ähnlich wie ein Scherenschnitt ist die äußere Schnittkante der Umriss, also die Kontur des Motiven und alle innen liegenden Pfade bilden sozusagen die Details und die Zeichnung.

Fangen wir mit etwas ganz leichtem an – einem Herzen. Bei einem Motiv, welches auf beiden Seiten gleich aussieht, ist es hilfreich eine Linie als Ausrichtpunkt zur Hilfe zu nehmen. Hierfür bitte mit dem Linienwerkzeug eine senkrechte Linie ziehen (mit gedrückter SHIFT Taste).
Mit dem Zeichenstiftwerkzeug (P) nun ein halbes Herz malen. Hierbei Anfangspunkt und Endpunkt an der senkrechten Linie ausrichten. Mit Hildes des Direktauswahl-Werkzeuges (A) können die Punkte verschoben werden. Mit der Lupe kann man genauer sehen, ob sich Pfadanfang und Pfadende auf derselben Linie befinden.

pfade in illustrator

Abb. 1: Pfade in Illustrator erstellen

Nun den Pfad mit dem Auswahlwerkzeug anfassen. Mit STRG + C kopieren und mit STRG + V einsetzen.
Oder über das Menü:
Bearbeiten -> Kopieren
Bearbeiten -> Einfügen

 

Motiv kopieren

Abb. 2: Motiv kopieren

 

Die Kopie nun horizontal spiegeln und an der Linie positionieren.

positionieren

Abb. 3: Pfade positionieren

 

Hier habe ich mit dem Lupenwerkzeug an dem unteren Ende des Herzens gesehen und festgestellt, dass die Pfade nicht dicht beieinander sitzen. Dass sie ganz dicht beieinander sitzen ist wichtig, damit ein geschlossener Pfad entsteht, der fürs Plotten geeignet ist.

detail

Abb. 4: Lupenansicht

 

Die beiden Motivteile also bitte so aneinander setzen, dass sie sich berühren.

 

detailkorrekt

Abb. 5: Pfade aneinander setzen

 

Beim noch näheren Hinsehen fällt auf, dass die beiden Pfade zwar aneinander sitzen, ihre Enden sich allerdings überschneiden.

detailansicht pfade

Abb. 6: Überlappen

Das ist in diesem Fall für den Plot nicht wichtig, weil hier nur eine Ansicht ist, die man aber korrigieren kann (um es besser aussehen zu lassen).: Die Pfade auswählen und unter KONTUR die Einstellung abgerundet und abgerundete Ecken wählen.

kontur

Abb. 7: Kontureinstellung: Ecken abrunden

Und schon hat man ein schönes Ergebnis. Wie gesagt, ist es für diesen Fall nicht notwendig. Wenn man aber mal Illustrationen erstellt, bei denen natürlich auch die kleinsten Details stimmen müssen, sollte man die Konturen-Einstellungen verwenden.

passt

Abb. 8: saubere Darstellung

 

Nun werden beide Pfade miteinander verbunden, so dass ein einziger Pfad entsteht. Beide Pfade markieren und im Pathfinder vereinen. Vereinen befindet sich in der Abbildung oben links.

illustrator pathfinder

Abb. 9: Pathfinder

 

Nun hat man ein schönes Herz. Dieses ist nun genau so für das Plotten geeignet: es ist ein Pfad, der dem Messer des Plotters als Weg dient.

Plottdatei Herz

Abb. 10: Ein Pfad – ein Herz

 

Für Hobby Schneideplotter, z.B. dem Silhouette Cameo, werden PDF zum Schneiden benötigt. Das Motiv auf die gewünschte Größe bringen. das geht per Eingabe oder über freies Skalieren. Darauf achten, dass ich keine weiteren Motive oder Pfadteile auf dem Bogen befinden – bitte die zuerst erstellte senkrechte Linie löschen! – denn alle Pfade, die sich in der Datei befinden, werden geschnitten!

Im nächsten Beitrag wird eine Datei mit mehren Pfaden erstellt – In das Herz kommt ein weiteres Motiv oder ein Schriftzug.

 

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Weitere Erläuterungen:

 

Die Werkzeugleiste in Illustrator. Am besten mal alle Werkzeuge ansehen und ausprobieren. Im Laufe der weiteren Tutorials stelle ich sie nach und nach an Beispielen erklärend vor.

Die Werzeugleiste in Adobe Illustrator CS 4

Die Werzeugleiste in Adobe Illustrator CS 4

Der Pathfinder und andere Hilfsmittel werden über den Menüpunkt FENSTER aufgerufen.

fenster11

Abb. 12: Fenster in Illustrator CS 4


 
 
 

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